Sparkassen Denkmalpreis Rheinland-Pfalz: Preisträger 2010 gewählt
von: Geraldine Roden
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Budenheim, 18. Februar 2010. Die Jury zur Wahl des Sparkassen Denkmalpreises Rheinland-Pfalz 2010 hat getagt: Aus 117 Einreichungen kürte die siebenköpfige Expertenrunde sechs Preisträger und würdigte acht weitere Objekte mit einer Anerkennung. „Die überaus große Resonanz auf den ersten landesweiten Preis für Denkmalpflege hat unsere Erwartungen weit übertroffen“, sagte Sparkassenpräsident Hans Otto Streuber anlässlich der Jurysitzung. Der Juryvorsitzende Thomas Metz, Leiter der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, unterstrich: „Die hohe denkmalpflegerische Qualität der Einreichungen zeigt, welch großer Beitrag im öffentlichen Interesse für den Erhalt unserer Baukultur geleistet wird.“ Der Sparkassen Denkmalpreis Rheinland-Pfalz wurde im April 2009 vom Sparkassenverband Rheinland-Pfalz, der LBS Landesbausparkasse Rheinland-Pfalz und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen. In einer Feierstunde am 9. Juni 2010 in Schloß Waldthausen, Budenheim, verleiht Kulturstaatssekretär Walter Schumacher die mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Auszeichnungen an die Preisträger. Walter Schumacher tritt am 1. Mai 2010 die Nachfolge des amtierenden Kulturstaatssekretärs Joachim Hofmann-Göttig an, der zeitgleich in das Amt des Koblenzer Oberbürgermeisters wechselt.
Engagement für das kulturelle Erbe
In der Kategorie Sparkassen Denkmalpreis für unbewohnte Denkmale und denkmalpflegerisches Engagement prämierte die Fachjury drei Preisträger mit jeweils 2.500 Euro.
Für die herausragende Bedeutung seines ehrenamtlichen Wirkens für die Denkmalpflege und die Würdigung seines Lebenswerkes zeichnete die Jury Dr. Norbert Heinen aus. Der langjährige Vorsitzende des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz hat sich in herausragender Weise über Jahrzehnte um die historische Baukultur in Rheinland-Pfalz verdient gemacht. Hervorzuheben ist sein Wirken im Forum Marienstatt zu Gunsten der bedeutenden Zisterzienserabtei im Westerwald.
Mit einem weiteren Preis für das besondere ehrenamtliche Engagement wurde die Trier-Gesellschaft e.V. prämiert, die sich dem Erhalt Trierer Kulturdenkmale verschrieben hat. Unter rund 90 Projekten des Vereins ist der mittelalterliche Frankenturm von besonderer Bedeutung, für dessen Instandsetzung und Nutzung für Veranstaltungen über 300.000 Euro zusammen getragen wurden.
In der Kategorie „Unbewohntes Denkmal“ wählte die Jury die Jugendstil-Festhalle in Landau. Das Stadtbild prägende Bauwerk, Baujahr 1907, stellt nicht nur optisch einen Bezugspunkt für die Bürgerinnen und Bürger dar, sondern ist gleichermaßen ein Baustein des kulturellen Erbes und des städtischen Lebens. In fünfjähriger Bauzeit wurde das Gebäude von der Stadt Landau unter Bewahrung originaler Substanz umfassend saniert. Heute ist die Jugendstil-Festhalle ein multifunktionaler Veranstaltungsort.
Des Weiteren wurden vier Anerkennungen in der Kategorie „Unbewohntes Denkmal“ vergeben: An den Försterbau des Schlosses in Worms-Herrnsheim (Nutzung als Weinstube), die Festhalle in Zweibrücken, die ehemalige Schuhfabrik „Rheinberger“ in Pirmasens und die Ziegelei in Sondernheim.
LBS-Preis Wohnen im Denkmal
In der Kategorie „LBS-Preis Wohnen im Denkmal“ zeichnete die Fachjury drei Wohnhäuser aus, jeweils dotiert mit 2.500 Euro: Für die vorbildliche Instandsetzung wurde ein Pfälzer Winzergehöft mit charakteristischem Torbogen in Birkweiler (Südpfalz) prämiert. Ebenso preiswürdig: Die gelungene Innen- und Außensanierung des „Gotischen Hauses“ aus dem 13. Jahrhundert in Münstermaifeld, unter anderem mit dem originalgetreuen Nachbau der Holzfenster. Die Rettung eines eher unscheinbaren Bauernhauses in Mehren (Vulkaneifel) war der Jury ebenfalls einen Preis wert. Das regionaltypische Fachwerkhaus von 1608 wurde durch eine umfassende denkmalgerechte Sanierung vor dem Abriss bewahrt. LBS-Vorstandsvorsitzender Max Aigner betonte: „Die ausgezeichneten Objekte zeigen, wie wertvoll das Engagement des privaten Bauherren ist, der die zeitgemäße Wohnnutzung im historischen Bestand erhält.“
Mit einer Anerkennung wurden vier weitere Wohnobjekte prämiert: „Haus Briel“ in Trier-Ehrang, das Weingut „Van Volxem“ in Wiltingen, der Uexküll’sche Adelshof in Bechtheim und ein Hakenhof des 18. Jahrhunderts in Morschheim, beide in Rheinhessen.
Die Jurymitglieder
Thomas Metz, Leiter Generaldirektion Kulturelles Erbe (Juryvorsitz)
Hans Otto Streuber, Präsident Sparkassenverband Rheinland-Pfalz
Max Aigner, Vorstandsvorsitzender LBS Rheinland-Pfalz
Dr. Joachim Glatz, Landeskonservator und Leiter Direktion Landesdenkmalpflege
Prof. Dr. Dethard von Winterfeld, Em. Professor für Kunstgeschichte, Universität Mainz
Manfred Müller, freiberuflicher Architekt und Vorstandsmitglied der Architektenkammer Rheinland-Pfalz
Frank Sprenger, Architekt und fachlicher Leiter des HWK-Zentrums für Restaurierung und Denkmalpflege (ZRD)